Die
Route in der Sierra Suroeste beginnt im südlichen
Fregenal de la Sierra. Diese Ortschaft wurde in der
Vergangenheit durch zwei Kulturen – Phönizier
und Kelten - geprägt. Die Römer beendeten
den Einfluss dieser Kulturen und nannten den Ort Concordia
Iulia. Im Mittelalter erlangten die Araber die Macht.
Jedoch begann unter der Herrschaft von Fernando III
der Einfluss des Templerordens, der später in
den Herrschaftsbereich des Santiago-Ordens überging.
Die heute sichtbare Burg stammt aus der Zeit der Templerherrschaft.
Sie wurde über die Mauern der arabischen Festung
errichtet. Der Burghof dient heute als malerische
Stierkampfarena. Direkt an der Festung steht die Kirche
Santa Maria del Castillo (15. Jahrhundert).
Die Kapelle Virgen de los Remedios, Schultzheilige
von Fregenal de la Sierra, ist das Ziel einer Wallfahrt,
die jedes Jahr Ende Oktober stattfindet. Die Kirchen
Santa Catalina und Santa Ana, die Klöster Santa
Clara und La Paz sowie das Kollegium der Jesuiten,
doch auch weltliche Gebäude wie das Rathaus (18.
Jahrhundert) La Casa del Tribunal de la Inquisicion"
(Sitz des Inquisitionstribunals) und La Casa de la
Sangre sind sehenswert.
In Higuera de la Real (südlich entlang der N-435)
steht die berühmte keltische Losa de Capote.
Die wunderschöne Gemeindekirche Santa Catalina
ist ein Pflichtbesuch. Sie bewahrt sechs der von Luis
de Morales bemalten Tafeln. Die Wallfahrtskapelle
Ntra. Sra. de Loreto überrascht mit ihrer gotischen
Eingangsfassade. Darüber hinaus rühmen sich
die Bewohner mit ihrem erstklassigen Schinken, der
diesen Abstecher noch geschmacklich verschönert.
Auf dem Weg nach Norden, Richtung Zafra, liegt Valverde
de Burguillos. Das bedeutendste Bauwerk ist die Kirche
San Benito Abad, deren Mauerwerk aus kalkweiß
bestrichenem Bruchstein besteht. Ein Megalithen-Grabdolmen
in der benachbarten Sierra de los Jacintos ist ein
Überbleibsel aus der Steinzeit.
In den Ausläufern der Sierra Suroeste befindet
sich das Dorf Puebla de Sancho Perez, das der Komtureisitz
des Santiago-Ordens war. La Casa de la Encomienda,
das entsprechende Komtureigebäude, ist bis heute
erhalten. Die Kirche Santa Lucia wurde im 15.Jahrhundert
direkt auf die Mudejar-Kirche gebaut. Im Umkreis des
Dorfes ist das bekannte Kurbad El Raposo.
Am Fuße der Sierra de Castelar liegt Zafra.
Bei den Tartessern unter dem Namen Ségeda bekannt.
Unter arabischer Herrschaft kam dem Dorf mit dem Standort
zwischen den Taifa-Königreichen Sevilla und Badajoz
eine strategisch wichtige Bedeutung zu. Gen Ende des
14. Jahrhunderts übernimmt der Herzog von Feria,
Gomez Suarez de Figueroa die Macht. Unter dessen
Nachkommen wurde 1437 die Alcázar (Festung)
von Zafra erbaut, die 1931 zum Kunsthistorischen Monument
von Spanien erklärt wurde und heute als Parador
de Turismo (geschichtliches Hotel) genutzt wird.
In der typisch mittelalterlichen Dorfstruktur mit
engen Gassen und dichter Bebauung um die Alcazar
liegen die Plätze Plaza Grande und Plaza Chica.
Auf den Säulenvorbauten der Plaza Grande ist
bis heute die Holzdecke erhalten geblieben. Die Nachbauten
darüber erfolgten zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.
Ein arquillo del pan - Bogen trennt den Plaza Chica
ab. Dieser, ebenfalls mit Säulenvorbauten geschmückte
Platz, diente in der Vergangenheit als Marktplatz.
Die Kirche La Candelaria wurde Mitte des 16. Jahrhunderts
erbaut. In der Kapelle Remedios sind zehn Zurbaran-Gemälde
zu sehen. Das Kloster Santa Clara, erbaut 1428, besitzt
ein aus Alabaster gefertigtes Denkmal der Herrscher
von Feria. Um 1500 wurde das Kloster Santa Catalina
erbaut. Die wunderschöne Mudejar-Holzdecke und
–Kuppel sind bis heute erhalten geblieben. Das
Hospital de Santiago schmückt eine gotische Hauptfassade.
Unter den zahlreichen Herrschaftshäusern, die
zwischen 1600 und 1800 in Zafra entstanden sind, sind
zwei besonders sehenswert: La Casa Grande mit einem
außerordentlich gestalteten Innenhof (18. Jahrhundert)
und das neo-arabisch gestaltete La Casa del Marques
de Solana.
Dank des Königs Juan I von Kastilien findet in
Zafra seit 1380 die berühmte Zuchttiermesse Feria
de Ganado de San Miguel statt, die heute unter dem
Namen Feria Internacional de Ganado bekannt ist. Im
Jahre 1883 erhob König Alfonso XII Zafra zur
Stadt. 1965 erfolgte die Erklärung zum Kunsthistorischen
Monument.
Der nächste Stop erfolgt in La Lapa, am Fuße
der Sierra de La Lapa. Die Häuser sind hier weiß
angestrichen. Das Zentrum bilden die Kirche San Onofre
(19 Jahrhundert) und eine mittelalterliche Brücke
mit vier Bögen. Im nahegelegenen Gebirge versteckt
sich das Franziskanerkloster San Onofre, wo San Pedro
de Alcantar den berühmten Tratado de Oracion
verfasste.
Ebenfalls in der Nähe von Zafra liegt Alconera.
Dieser Ort ist hauptsächlich durch die wertvollen
Marmor- und Kalksteinbrüche bekannt. Die Kirche
San Pedro Apostol befindet sich nah am ehemaligen
Herrschaftshaus der Herzoge von Feria. Heute sind
nur noch Ruinen zu sehen.
Es geht weiter nach Burguillos del Cerro. Auch hier
prägten diverse Kulturen das Bild. Goten, Araber,
Templer und der mächtige Baylato de Jerez de
los Caballeros herrschten hier. Bis ins 19. Jahrhundert
zählte es zum Herrschaftsgebiet von Bejar
unter dem Namen Burguillos en Senorio.
Die Burg wurde im 15. Jahrhundert auf eine arabische
Festung gebaut. Nicht weit davon steht die Mudejar-Kirche
Santa Mara de la Encina (13. Jahrhundert).
Die Kirche San Juan Bautista erhielt im 18. Jahrhundert
einen barrocken Turm. Zahlreiche weiß angestrichene
Herrschaftshäuser – ehemalige Wohnsitze
der Adelsfamilien –, sind zu bewundern.
In der Nähe von Jerez de los Caballeros und
Burguillos del Cerro liegen die malerischen Dörfer
Brovales, Valuengo und La Bazana. Die Bevölkerung
lebt größtenteils von der Landwirtschaft
inmitten der atemberaubenden Natur.
Von Burguillos del Cerro aus geht es nach Salvatierra
de los Barros. Diese Ortschaft liegt in einem sehr
rauen Gebiet und ist sowohl durch die hervorragende
Töpferarbeit, als auch durch den zweimal pro
Jahr stattfindenden Töpferwettbewerb in der Region
bekannt.
Das Dorf liegt unterhalb der durch Heran Gomez
de Solis errichteten Festung (15. Jahrhundert).
Die Kirche San Blas zählt mit ihrem quadratischen
Turm zur Kategorie der Festungskirchen. In der Nähe
liegt der Pozo de la Nieve, der im Auftrag der Herrscher
von Feria im 16. Jahrhundert angelegt wurde.
Das nächste Dorf, Salvaleon, befindet
sich mitten in der Serrania de Monsalud. Schon
von weitem sind die Reste der Burgruine zu erkennen.
Hier versteckte sich der arabische Rebell Ibn Marwan,
Gründer der Stadt Badajoz. Der wunderschöne
Altar der Kirche Santa Marta ist einen Besuch wert.
Auch sollten die erstklassigen Wurstprodukte vom iberische Schwein probiert werden.
Zwischen Jerez de los Caballeros und Badajoz liegt
Barcarrota. Das Dorf hieß in der Vergangenheit
Villanueva de Barcarrota oder Albarcarrota. Das castillo
de las siete torres (Die Burg der sieben Türme)
stammt aus dem 14. Jahrhundert und auch hier wird
der malerische Burghof als Stierkampfarena genutzt.
Die Kirchen Ntra. Sra. del Soterrano und Santiago
Apostol sind im gotischen Stil errichtet worden.
Alle zwei Jahre findet zu Ehren des damaligen Stellvertreters
des spanischen Eroberers Francisco Pizarro, Hernando
de Soto, ein Fest statt. Es kommen sogar Repräsentanten
der Vereinigung der Eroberer aus den U.S.A., die sich
extra für diesen Tag Kleidung aus dem 16. Jahrhundert
anziehen.
Am Rande der Sierra Suroeste liegt das restaurierte,
großartige, ehemalige Franziskanerkloster Rocamador,
in dem San Pedro de Alcantara eine Zeit lang
lebte.
Ebenfalls am Rande der Sierra Suroeste liegt Higuera
de Vargas. Historiker streiten sich über den
Ursprung des Dorfes. So behaupten einige, dass Ivan
de Vargas der Gründer im Spätmittelalter
sei, andere sehen Garcia Perez de Vargas
als Gründer der Siedlung bereits im Jahre 1240.
Einige Reste der Burg (14. Jahrhundert) und die Kirche
Concepcion sind die Sehenswürdigkeiten.
Letztere wurde im 16. Jahrhundert mit portugiesischen
Stilelementen verziert.
Auf dem Weg nach Jerez de los Caballeros liegt Zahinos,
ein Ort der Holzkohleproduktion. Die Holzkohle wird
aus Steineichenholz in Kohlemeiler gewonnen. Sie stehen
mitten in der mediterranen Landschaft, eine Heimat
für zahlreiche Raubvogelarten und unzählige
Steineichen. Die Turmreste im Dorf bezeugen die Herrschaft
der Templer im 13. Jahrhundert.
Nun steht das wichtigste Bevölkerungszentrum
der Sierra Suroeste auf dem Programm: Jerez de los
Caballeros. Der von Phöniziern gegründete
Ort erhielt von den Römern den Name Fama Iulia.
Die Arbaber wiederum änderten diesen in Xerixa.
Jerez war für die muslimischen Eroberer seit
dem Spätkalifat ein lebenswichtiger Standort.
In der Umgebung von Jerez de los Caballeros sind
Ruinen der Kulturen, die diesen Landstrich beeinflussten:
Das berühmte Merithen Grab aus der Steinzeit
Torinuelo, Römervillen, Gräber, westgotische Reliquien etc.
Der Templerorden ernennt Jerez zum Sitz Bayliato.
Der Santiago-Orden übernimmt im 14. Jahrhundert
den Ort und schließlich ernennt Kaiser Karl
V 1525 den Ort zur Stadt. Die Burg aus der Templerzeit
steht bis heute. An ihrer Seite steht die Kirche Santa
Maria de la Encarnacion. Letztere wurde
vermutlich über eine alte westgotische Basilica
gebaut. Der Bau der Kirchen San Bartolome und
San Miguel (15. Jahrhundert) begann mit gotischen
Stilelementen und endete mit der Fertigstellung der
beeindruckenden barrocken Türme. Zahlreiche Paläste
und Wohnhäuser der Adelsfamilien säumen
die Straßen der Stadt Jerez de los Caballeros.
Anmutige Klöster, Hospitale und Kapellen sind
zu besichtigen. Darüber hinaus ist die Stadt
regional durch die Osterfeierlichkeiten bekannt und
jedes Jahr im Mai findet die Salon del Jamon
Iberico (Iberische Schinkenmesse) statt.
Über die N-435 sind die Nachbarorte Valle de
Santa Ana und Valle de Matamoros zu erreichen. Wieder
handelt es sich um weiße Dörfer innerhalb
der atemberaubenden Landschaft. In Valle de Santa
Ana ist die Santa Ana-Kirche (16. Jahrhundert) das
Highlight in gotischem Mudejar-Stil . In Valle de Matamoros
wartet die Kirche Ntra. Sra. de la Asuncion
aus dem 16. Jahrhundert.
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