Das
Besondere Vogelschutzgebiet Dehesas de Jerez besteht
aus einer ausgedehnten Oberfläche aus Wiesen
mit Stein- und Korkeichenwäldchen, die sich im
Westen der Provinz Badajoz und an der Grenze zu Portugal
befinden, und die deutliche Einflüsse der Ausläufer
des Gebirges Sierra Morena aufweisen.
Die Wiesen im Vogelschutzgebiet sind nur ein Beispiel
für die Formation, die eigentlich noch viel größer
ist, und zweifellos die ausgedehnteste, eingezäunte
Oberfläche darstellt, die auf der Iberischen
Insel vorhanden ist. So breitet sich im Süden
ein weiter zusammenhängender Teppich aus Wiesen
aus, der bis an die portugiesische Grenze reicht und
an die Provinzen Huelva und Sevilla grenzt. Damit
nimmt er eine breite Zone ein, die sich über
den ganzen Südwesten der Provinz Badajoz bis
in die Region Tentudia erstreckt.
Das Besondere Vogelschutzgebiet Dehesas de Jerez schließt
auf über 60% seiner Ausdehnung zusammenhängende
Wiesen mit Stein- und Korkeichenformationen in ausgezeichnetem
Zustand ein. Die ökologische Bedeutung des Korks
in der ganzen Region sowie die Nutzung der Wiesen
zur Viehhaltung, hauptsächlich für die Haltung
Iberischer Schweine, haben im Laufe der Jahrhunderte
die Erhaltung dieses Waldes aus verschiedenen Eichenarten
ermöglicht. Dies ist ein klares Beispiel für
eine vertretbare Entwicklung und eine vernünftige
Nutzung der natürlichen Rohstoffe.
Der Großteil der Wiesen für Viehhaltung
weist eine geringe Dickichtdichte auf, da sie häufiger
in den wenigen Zonen an Bergabhängen und auf
den bestimmten Gipfeln der kleinen Gebirge vorkommen.
Verbreitet sind hier Arten wie die Kermeseiche, die
Myrte, der Mastixstrauch, die Salbeiblättrige
Zistrose und der Besenginster.
Die meistverbreitete Art der Wiesen ist zweifellos
der Schwarzstorch, der als eine vom Aussterben bedrohte
Tierart aufgelistet ist und in diesem Gebiet mit mindestens
30 Pärchen vertreten ist. Somit ist es für
diese Vogelart in Westeuropa das wichtigste Gebiet
im Bezug auf die Brutzeit. Im Unterschied zu anderen
Zonen der Extremadura befinden sich hier die meisten
Nester auf Bäumen (normalerweise Korkeichen).
Im Frühling kann man die Schwarzstörche
beim Überfliegen der Wiesen oder auf Nahrungssuche
in den Lagunen und an Flussufern beobachten.
Andere typische Vogelarten der Mischwiesen sind der
Buntspecht, Grünspecht, Gartenrotschwanz, Misteldrossel,
Amsel, Orpheusgrasmücke, Grauschnäpper,
Schwanzmeise, Kleiber, Gartenbaumläufer, Pirol,
Rotkopfwürger, Blauelster, Einfarbstar, Fahlsperling,
Buchfink, Kernbeißer und der Grünling.
Am nordöstlichen Ende des Vogelschutzgebiets
befindet sich das wichtigste Gebiet von natürlichem
Weide- und Kulturland, das von offenen Wiesen umgeben
ist. Hier kann man eine bemerkenswerte Repräsentation
von Steppenvögeln wie der Großtrappe, Zwergtrappe,
Sandflughuhns, Spießflughuhns, Triels, Kalanderlerche,
Kurzzehenlerche, Theklalerche, Wiesenpiepers, Wiesenweihe
und des Gleitaars sehen. Der Stausee Embalse de Cuncos
in der Mitte dieses offenen Gebiets versammelt zahlreiche
Wasservögel wie die Stockente, Schnatterente,
Spießente, Löffelente, Tafelente, Reiherente,
Graugans, Blässhuhn, Haubentaucher, Zwergtaucher,
Graureiher, Seidenreiher, Lachmöwe, Heringsmöwe
usw. Im Winter wird der Stausee vom Kranich als Schlafplatz
benutzt und es können sich bis zu 2000 Stück
einfinden.
Auf Grund der Vogelschutz-Richtlinie (97/409/EWG)
wurde dieses Gebiet im Jahr 2000 zum "Besonderen
Vogelschutzgebiet" erklärt und durch das
Dekret 232/2000 vom 21. November wurden neue Gebiete
von besonderem Schutz für Vögel in der Autonomen
Region Extremadura klassifiziert.
Auf diese Weise wurde das Gebiet auch als "Gebiet
von besonderer gemeinschaftlicher Bedeutung"
(GGB) deklariert und im Rahmen der Habitatsrichtlinie
(92/43/EWG) für die Aufnahme in das Netz "Natura
2000" vorgeschlagen.
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