Der
Nationalpark Monfragüe befindet sich im Herzen
der besterhaltenen Gebiete mit Wäldern und Hecken
aus mediterraner Vegetation im Südwesten der
Iberischen Halbinsel.
In den flachen Gebieten und den sanften Abhängen
herrschen die Weideflächen mit Stein- und Korkeichen
vor. Sie sind die meist verbreiteten Baumarten. Das
Gelände dient größtenteils als ständige
Weidefläche, in dem sich die Zistrosen wie Flecken
abheben. Diese Struktur entstand durch die Nutzung
für Viehwirtschaft und bis zu einem gewissen
Grad durch die Nutzung für landwirtschaftliche
Zwecke.
Die steileren Berghänge (Corchuela, Santa Catalina)
und zu einem großen Teil die Ufer der Flüsse
Tajo und Tietar weisen eine dichte Vegetation auf,
die vom Menschen kaum verändert wurde, sodass
es möglich ist, den Wald in einer Form vorzufinden,
die wahrscheinlich dem ursprünglichen Zustand
des mediterranen Waldes entspricht.
Die Schattenhänge weisen eine buntgemischte,
praktisch undurchdringliche Buschvegetation aus Erdbeerbäumen,
Stechlorbeer, Schmalblättrigen Steinlinden und
Baumheiden auf, die sich mit Steineichen, Korkeichen
und Iberischen Eichen vermischt. Die Sonnenhänge
mit weniger Feuchtigkeit und höherer Sonneneinstrahlung
weisen eine weniger dichte Vegetation auf, in der
die Oleaster, die Mastixsträucher, die Zistrosenbüsche,
der Ginster und der Lusitanische Ginster vorherrschen.
Im ausgedehnten Flussnetz und dort, wo die Auswirkungen
der Veränderung des Wasserstands des Stausees
die Entwicklung der Ufervegetation nicht beeinflusste,
entstand ein üppiges Band von Eschen, Weidebäumen
und häufig auch aus Erlen, die richtige Alleen
bilden. In Ufernähe und in den feuchten Gebieten
ist es auch möglich, andere, seltenere Spezies
anzutreffen wie den Zürgelbaum, den Französischen
Ahorn und die Stechpalme. Den Flussläufen entlang,
die im Sommer meist ausgetrocknet sind, sind die Ufer
von Tamujo-Sträuchern und Oleanderbüschen
überwachsen.
Auf den Felsblöcken findet man meistens Stechwacholder,
der in den Spalten des harten Quarzits wächst.
Allmählich werden die Eukalyptus-Aufforstungen,
Gebiete von geringem biologischem Wert, durch einheimische
Bäume wie Stein- und Korkeichen ersetzt.
Die Bedeutung desMonfragüe im Bezug auf die
Tierwelt liegt hauptsächlich in der außergewöhnlichen
Verbindung von Abhängen mit dichter Vegetation,
Felsblöcken und weiten offenen Gebieten, die
der Fauna Unterschlupf und Nistplätze bieten
und als Nahrungsquellen dienen.
Die Stein- und Korkeichenwälder sind der Lebensraum
der größten Mönchsgeierkolonie der
Welt, die 250 Pärchen umfasst, und überall
kann man ein Exemplar beobachten. Vom Iberischen Kaiseradler,
auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten,
gibt es im Park und seinem Einzugsgebiet 11 fortpflanzungsfähige
Pärchen. Sie stellen eine der wertvollsten erhaltenen
Tierarten dar.
Eine Überraschung für den Besucher sind
die felsigen Flussufer, auf deren Felsblöcken
zahlreiche Vogelarten nisten wie der Schwarzstorch,
der Gänsegeier, der Schmutzgeier, der Steinadler,
der Wanderfalke, der Uhu und die Alpenkrähe.
Beim Wasserfall Salto del Gitano, dem meistbesuchten
und berühmtesten Ort im Park, kann man diese
Vogelarten im Frühling mit etwas Glück beobachten.
Besonders eindrücklich sind die Nester des Schwarzstorchs
am Ufer des Tajos, denn die Nähe erlaubt einem
sogar, sie ohne zu stören beim Brüten zu
beobachten oder die Jungvögel zu sehen. Der Gänsegeier,
der ständig über dem Gebirge und den Weiden
kreist, ist mit einer Population von über 400
Pärchen die meistverbreitete Art auf den Felsen.
Weitere interessante Raubvögel, die man beobachten
kann, sind der Schlangenadler, der Steinadler, der
Zwergadler, der Habicht, der Sperber, der Rotmilan
und der Gleitaar. In den Stauseen kann man vor allem
im Winter Krähenscharben, Graureiher, Stockenten
und Lachmöwen zu Gesicht zu bekommen.
Der Unterbestand an Kaninchen hat im Park zu einem
Rückgang der Populationen des iberischen Pardelluchses
geführt, aber hier befindet sich einer seiner
letzten Schlupfwinkel, der einen geeigneten Lebensraum
zum Überleben bietet. Die Wildkatze, die Ginsterkatze
und der Europäische Mungo sind ebenfalls häufig
anzutreffen.
Die Gebirgsvegetation dient vielen Rothirschen und
Wildschweinen als Lebensraum. Man kann sie sogar am
helllichten Tag beobachten, da sie keinen natürlichen
Feind haben. In der Brunstzeit des Hirsches (September),
ist auf den Wiesen das Röhren der um die Weibchen
buhlenden Männchen zu vernehmen.
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