Der
Wanderweg par excellence der Extremadura ist die Via
de Plata, der südliche Jakobsweg, auch Silberweg
genannt. Er durchkreuzt die Region von Süden
nach Norden und durchquert die Städte Zafra,
Merida,
Caceres
und Banos de Montemayor. Die Vía de la Plata
führt den größten Teil der Strecke
entlang der alten römischen Handelsstraße
und an einigen Wegabschnitten sogar noch auf ihr.
Der südliche Jakobsweg ist hervorragend gekennzeichnet.
An seinem Wegesrand finden sich Dutzende von kleinen
Bars und Bodegas, die zum Einkehren und Ausruhen einladen.
Zahlreiche Wanderführer beschreiben die Streckenabschnitte
und ihre Sehenswürdigkeiten, so dass man sich
umfassend informieren kann. Nicht nur für Langzeit-Wanderer,
sondern auch für Urlauber, die nur einen Tag
oder ein Wochenende lang zu Fuß unterwegs sein
wollen, empfiehlt sich der Pilgerweg. Innerhalb weniger
Stunden kann man dort in die Welt der Pilger eintauchen.
Auf der Strecke begegnet man Menschen aus aller Herren
Länder, die in Richtung der Basilika von Santiago
de Compostela unterwegs sind. Viele der Pilger lieben
es, vom zurückgelegten Weg und ihren Erfahrungen
zu erzählen.
Wer den Artenreichtum an Pflanzen und Tieren in der Extremadura kennenlernen will, kann an einer geführten Wanderung durch den Nationalpark Monfrague teilnehmen. In Villareal de San Carlos starten täglich Touren durch die Wälder des Parks und zu Vogel-Beobachtungsstationen.
Eine der schönsten Regionen zum Wandern und Radfahren sind die Täler im Norden der Extremadura. Inzwischen bieten einige deutsche Reiseveranstalter geführte Touren an. Urlauber können aber auch problemlos Fahrräder in der Region ausleihen und sich Karten vor Ort besorgen. Eine abwechslungsreiche Strecke für Wanderer führt vom Dörfchen Jerte aus durch das Tal der Kirschen, das besonders während der Blüte im März oder April einen atemberaubenden Anblick an seinen Hängen bietet. Nach einiger Zeit kann man in ein Nebental des Valle del Jerte einbiegen, durch das der Garganta de los Infiernos fließt. Der Weg führt durch alte Eichenbestände. Zwischen den Bäumen wachsen Farne, Heidekraut und Lavendel. Auf den Ästen der Bäume ruhen sich Eidechsen und Sandläufer aus. Durch die Luft fliegen umso mehr Wasseramseln, je näher man dem Gebirgsbach kommt. Dort kann man auch die scheuen und seltenen Gebirgsstelzen beobachten. Den Lauf des Garganta de los Infiernos verlässt man erst ganz am Ende der etwa sechsstündigen Wanderung wieder, die in Jerte endet.
Durch das Jerte-Tal und die benachbarten Täler Ambroz
und Vera führen auch Radstrecken. Wer mit
dem Mountainbike unterwegs ist und gut genug trainiert
ist, kann die drei Täler auch von West nach Ost
durchkreuzen. Vom ersten Tal, dem Valle de Ambroz, führt
eine kurvenreiche Straße hinauf bis zum Dörfchen
Cabezabellosa, das auf knapp 1000 Metern Höhe liegt.
Bis auf 1270 Metern fahren Radler in Garganta la Olla,
das auf der Anhöhe zwischen dem Ambroz-Tal und
dem Tal der Kirschen liegt. Von dort aus geht eine asphaltierte
Straße am Kloster Yuste vorbei ins östlichste
der drei Täler, das Vera-Tal. Wer jetzt noch wenige
Kilometer weiterradelt, kann im Fluss Tietar seine Füße
kühlen. Ein beliebtes Ziel für Radfahrer ist
auch der Stausee Gabriel y Galan westlich von Plasencia,
zu dem eine fast autofreie Strecke über Granadilla
über Zarza de Granadilla am Rio Alagon entlang
führt. Für Mountainbiker wie für Wanderer
ist auch der Cornalvo-Naturpark östlich von Merida
empfehlenswert. Der Vorteil des Cornalvo ist, dass er
nur zehn Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt
und daher von dort aus bequem mit dem Rad angefahren
werden kann. Auch zum und im Naturpark gibt es geführte
Radtouren. Der Cornalvo bietet ein abwechslungsreiches
Profil und verschiedene Strecken vom Waldweg bis zur
Asphaltstraße. Im Informationszentrum Trujillanos
am Rande des Parks können sich Radfahrer und Wanderer
über die Touren informieren. Mountainbiker fahren
auch gerne durch die Tierra de Barros, die sich südlich
von Merida
befindet. Hier können die Fahrer sowohl durchs
Gelände fahren als auch Gipfel wie den 800 Meter
hohen Feria bei Villafranca de los Barros ersteigen.
Wer die Dehesa kennenlernen und die für die Extremadura
so typische Savannenlandschaft bestaunen will, der kann
in alle vier Himmelsrichtungen fahren. Denn die Extremadura
ist überall mit Eichenwald bedeckt. Gut zu erreichen
von Merida und Caceres
aus sind die Sierra de San Pedros im Westen und die
Sierra de Guadalupe im Osten der Extremadura. Durch
beide Waldgebiete führen kleine Nebenstrecken mit
wenig Verkehrsaufkommen. Von Aljucen aus verläuft
die alte Bundesstraße EX 214 immer westwärts
bis Alburquerque durch die wunderschöne, sanft
hügelige Sierra de San Pedro. Bergfahrer werden
die Sierra de Guadalupe
besonders mögen. Um das Kloster von Guadalupe herum
kann man viele Rundstrecken abfahren, die für ausreichend
Aufstiege und Abfahrten in einem schönen alten
Waldgebiet sorgen. Logrosan und Madrigalejo in der Nähe
des Klosters Guadalupe verbindet eine abgelegene Asphaltstraße,
neben der Hunderte von Störchen in Steineichen
nisten. Bei diesem Anblick hält selbst der sportlichste
Radler und der eifrigste Wandersmann inne und lässt
sich von der Natur und ihren Bewohnern beeindrucken.
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