Die offizielle Webseite der Region Extremadura
Das ideale Reiseziel für Natur- und Kulturliebhaber!   Englische Fahne   Deutsche Fahne   Spanien Fahne    
  Extremadura Karte
Extremadura kennenlernen!
Extremadura erreichen!   Bild1   Unterkünfte finden!   Bild2   Extremadura auf der Karte!   Bild3   Routen   Bild4   Kontakt   Bild5  
Das Leben verlangsamen.
Vom Glück, auf dem Silberweg durch die Extremadura pilgern.

Die Pilger auf der Vía de la Plata (Silberstraße) erkennt man an verschiedenen Symbolen. Erstens tragen die meisten von ihnen eine Jakobsmuschel. Zweitens sind sie sonnengebräunt, und zwar viel stärker als die Extremeños. Drittens sehen sie immer ein wenig erschöpft aus. Vor allem aber nehmen sie sich für alles mehr Zeit: fürs Essen, Beobachten, Unterhalten und Entspannen. Die Pilger von der Silberstraße haben ihr Leben verlangsamt.

  Alojamiento
 
 

In den Städten der Extremadura sieht man sie oft abends mit einem Stück Käse und einem Baguette auf einem Platz sitzen und den Kindern beim Spielen oder dem Sonnenuntergang zuschauen. In Merida liegen sie oft am Ufer des Guadiana im Gras und schlafen, oder mit dem Rücken an einen Baum gelehnt dösen. Es sind auch immer die Pilger der Silberstraße, die stehen bleiben, wenn in Caceres auf der Plaza Mayor ein Straßenmusiker spielt. Bei all dem sehen die Pilger der Vía de la Plata ein wenig zufriedener aus als die Ladenbesitzer, Bedienungen und Kleinfamilien am Eisstand. Man sieht ihnen an, dass sie ihr Leben für einige Wochen bewusst verlangsamt haben und dass ihnen dies gut tut.

Die beiden Kanadierinnen Ros und ihre Tochter Laura Chisholm etwa genießen jeden Tag ihrer Pilgerschaftauf der Silberstraße, auch wenn Laura schon seit Tagen mit Blasen an den Füßen zu Kämpfen hat. Warum sie hier sind? Schuld war ein Abendessen bei Freunden, sagt Ros. Freunde, die schon mal hier in der Extremadura waren, haben ihnen die Silberstraße empfohlen. Mutter und Tochter sind der Empfehlung gefolgt.

Laura und Ros sind zwei von 5.104 Pilgern, die im Jahr 2008 auf der Vía de la Plata nach Santiago gepilgert sind, 1.500 Pilger mehr als nur zwei Jahre zuvor. Die enorme Zunahme auf der Silberstraße, dem südlichen Jakobsweg, liegt vor allem an der Überfüllung des nördlichen Jakobswegs, auf dem man sich als Pilger oft nicht sicher sein kann, ob man am Abend noch einen Platz in der Albergue bekommt oder in ein Hotel umziehen muss. Das Pilgern kehrt in der Extremadura zurück zu seiner ursprünglichen Bedeutung. In der Extremadura gibt es zwar weniger Pilgerherbergen als auf dem Jakobsweg im Norden. „Doch genau dies“, schreibt Cordula Rabe in ihrem preisgekrönten Wanderführer, „macht die Wanderung auf der Silberstraße im Vergleich zum verhältnismäßig durchorganisierten, kommerzialisierten Camino francés zu einem sehr eindringlichen und ursprünglichen Erlebnis, bei dem der Kontakt mit der Natur in den meist dünn besiedelten Regionen, mit den jahrhundertealten Spuren der Vergangenheit und nicht zuletzt die Begegnung mit sich selbst im Vordergrund stehen.“

Ganz allein muss keiner bleiben. Jeder Pilger, den man auf der Vía de la Plata trifft, erzählt Geschichten vom tagelangen Wandern mit vorher unbekannten Menschen, die zu Freunden geworden sind, von Zufallsbekanntschaften, die als Gefährten hunderte von Kilometern lang den Weg und das einfache Leben teilen. Die Chance, dass einer der Begleiter auch deutsch spricht, ist gar nicht so gering. Die deutschen Jakobusgesellschaften stellten 2008 rund 22.000 Pilgerausweise an Menschen aus, die sich auf den Weg nach Santiago machten. Die meisten von ihnen setzten ihren Traum auch um. 15.764 deutsche Pilger ließen sich an der Basilika ihre Pilgerurkunde aushändigen. Damit bilden unsere Landsleute nach den Spaniern die größte Pilgergruppe – und das nicht erst seit Hape Kerkelings Pilgerbericht „Ich bin dann mal weg“.

Da die Strecke der Silberstraße viele Jahrhunderte lang die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im Westen der iberischen Halbinsel darstellte, befinden sich nahezu alle größeren Orte der Extremadura an der Vía de la Plata. Die erste Stadt an der Vía de la Plata im Süden ist Zafra, die speziell für Pilger sehr gut geeignet ist. In Zafra findet jeder Pilger eine Palme nur für sich allein, unter die er sich auf einer der vielen Grünflächen der Innenstadt legen kann. Drei Etappen weiter erwartet ihn mit Merida die Hauptstadt der Extremadura und alle Möglichkeiten, kurz ins Luxusleben zurückzukehren, ins Kino zu gehen, Fotos und E-Mails zu verschicken und am Guadiana bei einer guten Flasche vino tinto ins Pilgertagebuch zu notieren: „Schon mehr als ein Viertel der Silberstraße ist geschafft.“ Über Caceres, mit ihren vielen Bars, Studentenkneipen, Buchläden und Cafés die urbanste Stadt der Extremadura, geht es hinauf in den Norden bis nach Baños de Montemayor am nördlichen Ende der Extremadura. Baños de Montemayor ist eines der ältesten Heilbäder Spaniens und deshalb wie geschaffen auch für die Pilger auf der Silberstraße. Wer es bis Baños geschafft hat, dem stecken bereits 525 Kilometer seit dem Start in Sevilla und alle 13 Extremadura-Etappen in den Knochen. Der kann hier seine geschundenen Füße kurieren und ein ausgiebiges Bad nehmen. Wer weiß, wann sich dazu wieder eine Gelegenheit bietet.

Es gibt zwei Zeichen, die dem Pilger auf der Vía de la Plata Orientierung geben. Das erste ist die Jakobsmuschel als Wegmarke. Wo sie auftaucht, ist der Pilger auf der Silberstraße richtig. An einigen Häuserwänden oder auf Holzpfosten findet sich auch nur ein gelber Fleck oder Pfeil, der die Muschel ersetzt. Das zweite Zeichen heißt „Albergue“. Darauf richten sich alle Hoffnungen und Wünsche des Pilgers, wenn er abends müde und ausgezehrt am Etappenziel ankommt. Wenn er es irgendwo entdeckt hat, folgt er ihm treu entlang der Silberstraße, bis er ankommt und der Herbergsvater oder die Herbergsmutter ihn im Empfang nimmt. Das erste Ritual besteht dann darin, dass der Pilger seinen Pilgerausweis auf den Tresen der Herberge legt und der Herbergsvater den Stempel seiner Albergue auf das Papier drückt. Dann weist er dem Pilger einen Schlafplatz zu und stellt ihn den anderen Gästen vor. Jetzt finden die Pilger, die allein unterwegs sind, Menschen, mit denen sie sich austauschen können und die ihnen ein Blasenpflaster und neue Zuversicht schenken. Die Schlafenszeiten beginnen früh und enden auch beizeiten. Pilger gewöhnen sich mit der Zeit daran, dem Rhythmus der Natur zu folgen. Vor dem Aufbruch gehört es zur guten Sitte, sich in das Gästebuch der Herberge einzutragen. Und wer die Gelegenheit hat, einen Blick in ein solches Buch zu werfen, sollte sie nutzen. Es finden sich hunderte verschiedene Einträge von Menschen des ganzen Globus, oft mit Zeichnungen verziert, die aus den kleinen „Albergues“ auf der Silberstraße in der Extremadura Treffpunkte der großen weiten Welt machen.
Es lohnt sich, die Pilgerherbergen auch dann zu besuchen, wenn man selbst nicht pilgern kann. Die Pilger aus aller Herren Länder sprechen gerne über ihre Erfahrungen und erzählen, was sie dazu bewogen hat, Wochen lang auf fast alles, was das Leben erleichtert, zu verzichten. Vielleicht regt sich bei einem der Gespräche der Wunsch nach der großen Pilgerschaft nach Santiago.

Ein Holländer von vielleicht sechzig Jahren ist seit Wochen allein mit dem Fahrrad von Sevilla nach Santiago unterwegs. Er berichtet bei einer kurzen Rast in Monfrague, dass er schon zum zweiten Mal einfach raus musste. Deswegen ist er erst auf dem nördlichen und jetzt auf dem südlichen Jakobsweg nach Santiago gefahren. Die schöne Muschel an der Lenkertasche weist ihn aus als Pilger auf dem Weg zur Basilika in Galicien.

In den Herberge Torremejia, einem Dorf etwa 15 Kilometer südlich von Merida, sitzt Martin Schweikl aus Burghausen. Der freundliche Oberbayer ist unterwegs auf der Silberstraße, weil er Zeit hat und diese sinnvoll verbringen wollte. Heute ist er allein unterwegs. Doch die übrigen Tage pilgerte er zusammen mit einem Australier, den er allerdings wegen Fußbeschwerden zurücklassen musste. Die Pilgerherberge in Torremejia beherbergt nicht nur Pilger, sondern mit dem „Palacio de Lastra“ im Erdgeschoss auch ein kleines Café.

Laura und Ros Cisholm aus Vancouver in Kanada wollten als Mutter und Tochter etwas Großes miteinander erleben und sind der Empfehlung eines Freundes gefolgt. Sie übernachten in der Albergue von Aljucén, das einen Tagesmarsch auf der Silberstraße von Merida in nördlicher Richtung liegt. Abends gehen sie Essen in dem wunderschön eingerichteten Landhaus „La Bovéda“, das von zwei Schwestern betrieben wird und dessen Garten voll ist von Kunstwerken verschiedenster Art. Ab dem nächsten Tag werden die beiden wieder im Zeichen der Jakobsmuschel auf dem Silberweg unterwegs sein.

Alojamiento  
 
Die Region Extremadura
Extremadura Highlights| Kunst, Kultur & Feste | Lust auf Natur | Extremaduras Vergangenheit | Genießerland Extremadura
Römische Antike | Natur- und Nationalparks | Silberweg durch die Extremadura pilgern | Weine und Küche | Caceres und Merida: Feste und Festivals | Spanischkurse | Golfplätze und Wellness -Angebote | Wandern und Radfahren | Vogelbeobachtung | Angeln | In Badajoz ins Kanu steigen | Palästen und Pilgerherbergen | Religiöses Brauchtum | Das iberische Schwein | Caceres als Kulturhauptstadt Europas | Nachhaltigkeit in der Extremadura | Über allen scheint dieselbe Sonne: Das Schicksal des Dörfchens Granadilla | Die Geschichte des Grenzlandes zwischen Spanien und Portugal | Der Weg letzte von Kaiser Karl V | Die Ritterorden der Extremadura | Die spanische Inquisition in der Extremadura | Cancho Roano | Orchideen | Almendralejo. Auf der "Straße des Weins" | Der Käse und die Schafe | Burganlagen | Kloster von Guadalupe | Museen | Motorradfahren | Kongresszentren in Badajoz und Merida
Diese Webseite wurde von der Extremadura Tourismus Behörden entwickelt. (Junta de Extremadura)
Impressum