Diese Rundreise führt zu Spuren der Gotik, Romanik und Mudejar-Kunst. Ähnlich
wie die Romanik, erreichte die Kunst der Gotik die
Extremadura in Spanien ziemlich spät.
Die Einflüsse gotischer Kunst dauern hier
bis ins 16. Jahrhundert an. Anfangs war diese Kunst in der Extremadura
nur eine Fortsetzung der Romanik bzw. Vorgotik.
Doch im 15. Jahrhundert fand seine Blütezeit statt
und die Produktion war stilistisch und künstlerisch
so schön wie in den übrigen christlichen Königtümern in Spanien außerhalb der Extremadura.
Im 15. und 16. Jahrhundert gehörte die Extremadura
zu den Königtümern León und Kastilien,
und später zum Haus der Habsburger.
Die Militärorden waren auch in diesem Fall verantwortlich
für die meisten religiösen und zivilen Bauten und Sehenswürdigkeiten in der Extremadura,
wobei die Orden von Santiago und von Alcantara
besonders einflussreich waren.
Als Baumaterialien wurden in der Extremadura während dieser Periode hauptsächlich
Stein und Granit verwendet, jedoch auch Holz und Lehm.
Authentisch für diesen Kunst-Stil sind Kreuzgewölbe.
Am Endes dieser Periode der Kunst gehörte
die Extremadura schon zu Kastilien und die Könige
Isabel und Fernando, „das Katholische Königspaar“,
waren oft in der Region Extremadura von Spanien zu Besuch. Auch
Kaiser Karl I, König von Kastilien, wählte
Yuste in der Extremadura als Zufluchtsort für seine letzten Lebensjahre.
Die Entdecker von Amerika stammten aus der Extremadura.
Auch weltberühmte Eroberer
in der Universalgeschichte, wie Hernán Cortés,
Pizarro, usw., die das sogenannte „Zusammentreffen
von zwei Welten“ ermöglichten kamen aus der Region Extremadura.
Die Rundreise durch die gotische Extremadura fängt
im Süden der Extremadura, in der Ortschaft Azuaga, an.
Dort steht in der Extremadura ein wunderschönes Beispiel der Gotik-Kunst
als Sehenswürdigkeit aus der Zeit der katholischen Könige: Die
Pfarrkirche Nuestra Sra. de la Consolación,
aus dem 16. Jahrhundert.
An der Hauptfassade sehen wir einen dreiteiligen
Turm mit Elementen im plateresken Kunst-Stil aus der Renaissance.
In der Stadt Llerena steht auf dem Programm der Rundreise die Besichtigung der Kirche Santa María
de la Granada, ein Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert,
das im Auftrag des katholischen Königspaares in der Extremadura
erbaut wurde. Hier sticht das gotische Schnitzwerk
der Jungfrau Virgen de la Granada hervor.
Einer der schönsten Altaraufsätze im gotisch-mudejar
Stil finden wir neben anderen Sehenswürdigkeiten der Extremadura in der Kirche von Calzadilla
de los Barros.
In der Stadt Zafra sehen wir eine beeindruckende Sehenswürdigkeit auf der Rundreise. Die
Militärarchitektur. Der Alcázar
der Herzöge von Feria, einem Bau aus dem 15.
Jahrhundert mit gotischen Elementen. Das Gesamtbild
stellt eine schöne Mischung von Mudejar,
Gotik und Renaissance dar.
Sehenswürdigkeiten im Kloster Santa Clara, 1428 von Gómez Suárez
de Figueroa gegründet, ist ein repräsentatives
Schnitzwerk aus dem 13. Jahrhundert, die Figur Nuestra
Sra. del Valle. Auch das Hospital de Santiago in der Stadt Zafra der Extremadura
besitzt ein wunderbares Portal mit gotischen Zügen.
Die Stadt Badajoz in der Extremadura besaß damals auch eine Kathedrale in gotischer Kunst
(13. Jahrhundert), von der kaum Überreste
erhalten sind. Aber wir finden interessante Sehenswürdigkeiten
in der Kapelle Santa Bárbara, genauer auf dem
Retabel Las Tribulaciones (die Leiden). Im Dom finden
wir auch einen Turm, dessen Fenster und Balkone mit
gotischen Verzierungen versehen wurden.
Die Stadt Merida der Extremadura wurde aufgrund der römischen Denkmäler
zum Weltkulturerbe erklärt. Dort stehen zwei
Sehenswürdigkeiten der Kunst im gotischen Stil: der Dom Santa
María und die Basilika Santa Eulalia. Im Dom
bewundern wir den „Christus von O.“ (zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts) und in
der Basilika können wir Sehenswürdigkeiten wie Pilaster und
Gewölbe aus dieser Zeit bewundern.
In der Stadt Guadalupe führt die Rundreise zum sinnbildlichen Beispiel
der Gotik in der Extremadura: das Königliche
Kloster der Stadt Guadalupe, dessen Kirche der beste Vertreter
der gotischen Kunst in der Extremadura ist. Sie besteht aus drei
Schiffen und einer achteckigen Kuppel, in deren kleinen
Kammer die Jungfrau von Guadalupe, ein Schnitzwerk
aus dem 13. Jahrhundert, verehrt wird.
Das Kloster ist Weltkulturerbe und besitzt mehrere
Sehenswürdigkeiten in gotischer Kunst, wie die Bronzetüren,
ein Werk von Paulus von Köln, und die beeindruckenden
Grabmäler vom Vater Gonzalo de Illescas und von
Alonso de Velasco mit seiner Frau, beide betend.
Über dem Chor sind Sehenswürdigkeiten wie herrliche Gemälde aus
dem 19. Jahrhundert und im Klostermuseum dieser Stadt der Extremadura finden wir
das dreiteilige Bild vom Dreikönigsfest, einem
Werk der Kunst von Adrián Isebrant.
Von hier aus geht die Rundreise weiter durch die Extremadura in die Stadt Trujillo, ein
Dreh- und Angelpunkt dieser Rundreise. In dieser Stadt,
Heimat der Entdecker, befindet sich das beste gotische
Retabel der Extremadura, das Retabel der Kirche Santa
María, 1480 von Fernando Gallego gemalt. Das
Werk besteht aus 25 Gemälden. Die Kirche wurde
über eine Moschee erbaut.
In der Nähe liegt die Kirche der Stadt Santiago, aus
dem 13. Jahrhundert. Im 15. und 17. Jahrhundert wurde
sie reformiert und heute bewahrt die Kirche das Schnitzwerk
vom Cristo de las Aguas (14. Jahrhundert) und
die Virgen de la Coronada (13. Jahrhundert),
beide in gotische Kunst.
Auch nennenswert in dieser Kirche der Extremadura ist eine anonyme
Malerei aus dem 16. Jahrhundert im flämisch-deutschen
Stil. Sie besteht aus drei Teilen und stellt den toten
Christus dar. Die Stadt Trujillo der Extremadura feiert am Ostermontag das Chíviri, eine auch für
Touristen interessante, regionale Festlichkeit.
Die Stadt Caceres der Extremadura bewahrt in der Kathedrale Santa María
gotische Elemente, vor allem im Nord- und Ostportal.
Im Innern sticht das Schnitzwerk vom Cristo Negro (Schwarzen
Christus) hervor. diese Figur ist ein Symbol der Karwoche und in der Extremadura
auch ein Fest von touristischem
Belang.
In der Ortschaft Garrovillas können wir neben anderen Sehenswürdigkeiten den
gotischen Tempel zu Ehren des Heiligen Petrus besichtigen,
ein riesiges Bauwerk aus Quadersteinen und Granit. Im
Innern werden mehrere gotische Werke aus dem 15. und
16. Jahrhundert aufbewahrt. Die Stadt Coria, am Ufer
des Alagón, ist in der ganzen Extremadura für ihre Feierlichkeiten
zu San Juan bekannt.
Hier finden wir auf der Rundreise eine vortreffliche Kathedrale, die
Maria Himmelfahrt gewidmet ist. Von einer älteren
gotischen Kathedrale ist nur der Kreuzgang aus dem
14. oder 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Aus der heutigen
Kathedrale, einem Werk von Martín de Solórzano
aus dem 15. Jahrhundert, fallen die Sehenswürdigkeiten Grabmal vom Bischof
Ximénez de Préxamo und die prächtigen
Verzierungen im Flamboyantstil des Chors auf (wahrscheinlich
aus dem Jahr 1489). In dieser Ortschaft besuchen wir
auch eine Einsiedelei in der Extremadura, die nur wenige km von der Stadt
entfernt liegt. Dort befindet sich die Sehenswürdigkeit Nuestra Señora
de Argeme (gotisches Schnitzwerk).
Nicht zu vergessen, dass in der Region Extremadura an der Grenze zu Portugal
und südlich von Coria, auf der Rundreise interessante Sehenswürdigkeiten in diesem
Kunst und Baustil zu finden sind. Wie im gotischen Viertel der Stadt
Valencia de Alcantara, dessen Häuser Spitzbögen
haben. Von Coria geht die Rundreise weiter nach Granadilla, im Ambroz-Tal der Extremadura.
Diese Ortschaft wurde im 9. Jahrhundert von den Arabern
gegründet und ist heute vom Stausee Gabriel y
Galán umgeben. Hier sticht unter den Sehenswürdigkeiten das Schloss hervor,
im 15. Jahrhundert im Auftrag vom Herzog von Alba
erbaut. Auch einen Besuch wert ist die Kirche
La Asunción de Nuestra Señora (16. Jahrhundert), die von einem Kreuzgewölbe in gotischer Kunst
bedeckt ist. Ebenso ist das nordöstliche
Portal im Jahrhundert der Gotik entstanden.
Die Stadt Plasencia der Extremadura ist der künstlerische Hauptpunkt auf
unserer Rundreise zur Kunst der Gotik und Mudejar.
Im alten Dom finden wir eine Mischung zwischen Kunst aus der Spätromanik und
Gotik. Hier treten
unter den Sehenswürdigkeiten die drei Bilder als gotische Schnitzwerke
mit spätromanischen Einflüssen hervor: die
Virgen del Sagrario, die Santa
María la Blanca und Santa María
del Perdón.
Im neuen Dom, tritt unter den Sehenswürdigkeiten
der Chor hervor, ein Werk von Rodrigo
Alemán aus den Jahren 1490-97 mit wunderschönen
Bildern.
In diesem Dommuseum der Extremadura finden wir eine Ausstellung mit Sehenswürdigkeiten gotischer
Kunst: die Bodas de Caná (Hochzeit zu
Cana) aus dem 16. Jahrhundert. In der Nähe der Stadt
Plasencia, im Landstrich La Vera der Extremadura, befinden sich mehrere
Ortschaften mit gotischen Elementen der Kunst in ihren kirchlichen,
militärischen und auch zivilen Gebäuden. Das Kloster
Yuste, letzter Wohnort vom Kaiser Karl I. und auch
von König von Kastilien, liegt in der Nähe
von Cuacos de Yuste in der Extremdura. Das Kloster besitzt einen prächtigen
gotischen Kreuzgang (15. Jahrhundert) und einen
schönen Quaderbau im Chor, in der Kunst der Gotik
mit Elementen aus der Renaissance.
In der Nähe, auf dem Weg der Rundreise, liegt Jarandilla de la Vera in der Extremadura, mit Sehenswürdigkeiten, wie das
Schloss der Herzöge von Oropesa. Das Gebäude
hat einen Gang mit Portalen im gotischer Kunst aus
dem späten 15. Jahrhundert. In diesem Schloss der Extremadura
verweilte Karl I. bis zu seinem endgültigen Umzug
nach Yuste. In Oropesa, durch das Regionalfest von
„los escobazos“
(Besenschläge) in der Extremadura und unter Touristen bekannt, befindet sich die
Pfarrkirche Nuestra Sra. de la Torre, im gotischer
Kunst und andere Sehenswürdigkeiten wie die Kirche, die einen alten Verteidigungsturm
als Glockenturm nutzt. Von Jarandilla aus sehen wir im Landstrich
Campo Arañuelo der Extremadura die Ortschaft Belvís
de Monroy, mit dem im 13. Jahrhundert angefangenen
Schloss, das erst im 15. Jahrhundert fertig gestellt
wurde.
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