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Guadalupe ist das geistliche und religiöse Zentrum
der Extremadura. Es war immer ein Mönchskloster,
zuerst der Hieronymitenmönche und später
der Franziskaner.
Aber die Ortschaft beherbergt auch prächtige
Kulturschätze, Schnitzwerke im Altaraufsatz und
Gemälde von Zurbarán. Das Kloster selbst
ist ein Museum und es kommen allerlei Wallfahrer und
Besucher mit gleicher Gottergebenheit.
Das Stickereimuseum.
Die Sammlung steht im ehemaligen Refektorium, einem
breiten, rechteckigen Saal mit Tonnengewölben.
Sie wurde 1928 vom König Alfonso XIII. eröffnet.
Die Glasschränke bewahren über 200 Exponate;
die ältesten Arbeiten (aus dem 15. Jahrhundert)
sind auffällige Ornamente und Kleidungen aus
der Stickereiwerkstatt: ltarvorderblatt, Messgewänder,
Feierkleider und Mäntel für die Jungfrau.
Das Büchermuseum.
Die Bücherausstellung steht im alten Kapitelsaal,
der kürzlich reformiert wurde. Der Saal steht
unter Gewölben und an seinen Mauern können
wir die Fresken bewundern.
Die Sammlung bewahrt 86 Chorbücher im Großformat
(72 x 90cm) aus dem Mittelalter. Außerdem finden
wir zwei Passionsbücher aus dem 15. Jahrhundert
und das sogenannte “Gebetbuch des Priors”.
Es handelt sich dabei hauptsächlich um Pergamentsammlungen
mit festen Holzbindungen (die Buchdeckel sind mit
Leder gefüttert), die mit Bücherschlössern
und Bronzeverzierungen versehen sind. Sie zeigen die
Tätigkeit der Schreibschule und bieten uns Miniaturen
mit flämischem Einfluss, Barockverzierungen und
auch maurische Motive.
Das Kunstmuseum.
Es liegt in der ehemaligen Klosterkonditorei, einer
rechteckigen Kammer mit hölzernem Tafelwerk.
Seit 1987 bewahrt dieser Saal eine Sammlung von Skulpturen
und Gemälden aus der Zeit vom 15. bis 19. Jahrhundert.
Nennenswert sind die Elfenbeinfiguren vom Christus,
eine Alabasterfigur der Jungfrau, die Egas Cueman
zugeschrieben wurde, Schnitzereien, ein liegender
Christus und ein Ecce Homo.
Es gibt hier Gemälde von Juan de Flandes, Isembrandt,
von Juan Correa de Vivar, Ölgemälde von
Zurbarán, ein Ölgemälde von Goya
und die genialen Bilder von El Greco, die früher
in der Pfarrkirche von Talavera de la Reina waren.
Andere Einrichtungen
Außer den Sammlungen besitzen auch andere Einrichtungen
im Kloster und in der Ortschaft einen großen
Wert: Im Erdgeschoss finden wir den im Mudéjarstil
erbauten Kreuzgang mit einer Sammlung von Werken von
Juan de Santa María, aus der zweiten Hälfte
des 17. Jahrhunderts. Die Sakristei selbst ist auch
ein Museum. Das Bauwerk, aus dem 17. Jahrhundert,
bewahrt Fresken von Manuel Ruíz und Juan de
la Peña. Auch Francisco de Zurbarán
produzierte hier seine Meisterwerke: acht Gemälde
im Großformat, die die Tugenden der Hieronymitenmönche
darstellen, das berühmte Bild “Apoteósis
de San Jerónimo” (Verklärung des
Heiligen Hieronymus) in der nahegelegenen Kapelle
und sechs Gemälde von Juan Carreño machen
aus der Sakristei ein prächtiges Museum.
In der kleinen Kammer der Jungfrau, einem Bauwerk
von Francisco Rodríguez, hängen Gemälde
von Lucas Jordán, Schnitzwerke mit den wichtigsten
weiblichen Figuren der Bibel, Fresken von Pedro José
de Uceda und kleine Bilder im Treppenhaus.
Die Reliquienkammer ist ein achteckiges Zimmer mit
einer kleinen Kuppel aus dem 16. Jahrhundert. Hier
befinden sich über 50 Medaillons, Spiegel aus
Bergkristall, Schmiedearbeiten und die sogenannten
“drei prächtigen Mäntel der Jungfrau”.
Das Kloster Guadalupe , 1993 zum Kulturerbe der Menschheit
erklärt, ist selbst ein Museum, aber man spricht
von mehreren Sammlungen oder Museen im Kloster. Die
Geschichte der Ortschaft ist eng mit dem Bild der
Jungfrau verbunden. König Alfonso XI. ließ
die Einsiedelei umbauen und gewährte den Einwohnern
der Ortschaft Sonderrechte.
Das Bauwerk wurde hauptsächlich im Mudéjarstil
erbaut, aber es hat auch wichtige Elemente im gotischen
und Barockstil.
An dem Bau arbeiteten berühmte Architekten:
Juan Guas, Anequín Egas, Alfonso de Covarrubias,
Nicolás de Vergara, Alonso de San José,
Manuel de Larra und Churriguera. Außerdem treten
noch Künstler hervor, die im Kloster Schulen
gründeten, die später prächtige Silberschmiede-,
Stickerei- und Miniaturarbeiten erzeugten. Das Schicksal
des Klosters haben zunächst die Hieronymitenmönche
und dann die Franziskaner bestimmt. Die ältesten
Teile des Bauwerks sind das Mauerwerk, die Türme
und die Reste der alten Kirche aus dem 14. Jahrhundert.
Auf diesem Bauwerk errichtet sich die heutige Kirche,
die zwischen 1389 und 1403 erbaut wurde. Aus dieser
Zeit finden wir auch den Kreuzgang im Mudéjarstil
und den gotischen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurden neue Bauwerke errichtet:
Reliquienkapelle, Sakristei und Kammer für die
Ausstattung der Jungfrau. Das letzte Bauwerk im Kloster
ist die “Neue Kirche”, die im 18. Jahrhundert
erbaut wurde.
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