Jedes
Dorf der Extremadura
hat seine eigenen Wildrezepte. Es ist eine sehr eigentümliche,
spontane Küche, die ihren Ursprung in der Subsistenzwirtschaft
hat. Man verwendete nur, was am Tage über das
Feld flog oder rannte, um es dann, zusammen mit dem,
was in der Speisekammer übrig ist, zu kochen.
Über lange Zeit war dies die einzige Nahrungsquelle
vieler Haushalte. Die Vielfalt der Zubereitungsformen
von Rebhuhn, Hase, Taube oder Wildschwein entspringt
dem Willen, die Routine zu brechen.
Die Phantasie der Hausfrauen hat mit der Zeit eine
große Anzahl an Rezepten geschaffen, die auch
heutzutage ihre Anwendung finden. Bis vor 30 Jahren,
bevor die industrielle, systematische Ausbeutung des
Wildes erfolgte, war es ein fester Bestandteil der
hiesigen, alltäglichen Küche. Inzwischen
ist es die Ausnahme. Es handelt sich hierbei um eine
traditionsreiche Küche.
In der Stadt Badajoz gibt es neben den Brotkrumen
auch Wildgerichte, wie den Reis mit Hase, geschmorte
Rebhühner oder Tauben in Mandelsoße. In
Albuquerque wird die gebratene Wildschweinkeule, Rebhuhnkroketten
und Rebhuhn mit Bohnen zubereitet. La Codosera ist
bekannt für den Emberzao (Eintopf mit Kohl) und
das Kaninchen auf Jäger-Art. In San Vicente de
Alcantara kann man Kohl mit Buche (geräucherte
Wurstsorte), Reis mit Stockfisch und Huhn in Mandelsoße
genießen. In Valencia de Alcantara steht Reis
mit Taube auf der Speisekarte. Cheles ist Meister
des Ajo de Peces (Fischgericht mit Poleiminze, Knoblauch,
Paprika usw.). In Alconchel sind Kalbsfleisch mit
Knoblauch, Lechecillas de Ternera (gekochter Kalbsmagen)
und Rebhühner mit Kohl sehr köstlich.
Die letzte Station ist Olivenza, mit originellen
Einflüssen aus Portugal und der Extremadura,
wo verschiedene Stockfischgerichte, Hase mit grüner
Soße, Schweinragout und hervorragende Süßspeisen
wie Tecula Mecula, Marzipan und Asubias (aus einer
Art Kürbiskonfitüre, gekochten Kartoffeln,
Zitronensaft, Zucker) zu finden sind.
Ein ganz besonderes Gericht der Wildküche ist
das Rebhuhn auf Alcantara-Art, welches hinsichtlich
der Zubereitung des Wildes, einen gewissen Einfluss
auf die neue französische Küche ausübt.
Das Rebhuhn wird mit Trüffeln und Leberpastete
gefüllt und vor dem kochen 2 Tage lang in Portwein
mariniert.
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