Caceres
befindet sich im östlichen Teil der Submeseta, der
Südseite der zentralen Hochebene, und bildet zusammen
mit Badajoz die Autonome Region Extremadura im Westen
von Spanien. Die kontrastreiche Landschaft rund um
Caceres bietet Höhenlagen
zwischen 130 und 2400 m. Im Norden grenzt die Region
an Avila
und Salamanca, im Osten an Toledo, im Süden an Badajoz
und im Westen an Portugal. Sie umfasst einen Gesamtraum
von ca. 19 945 km2 und zählt ungefähr 500 000 Einwohner.
Die Landschaft der Region Caceres
wird bestimmt durch das Kastilische Scheidegebirge
mit
den Ausläufern der Gebirgskette „Sierra de Gredos“,
die übergeht in die Bergketten der „Sierra de la
Vera“, Bejar und Gata und weiterreicht bis zur „Sierra
de la Pena de Francia“ in der Provinz Salamanca.
In der südlichen Zone befinden sich die „Montes de
Toledo“ und
im Zentrum eine Senke, die vom Tajo tief durchschnitten wird. Der Bau zahlreicher
Stauseen ermöglicht die Bewässerung weiter Flächen. Milde Winter und heiße
Sommer begünstigen den Bestand von Stein-, Kork- und Bergeichen, die sich abwechseln
mit “jara” (Zistrosen), Kiefer, Edelkastanie und dem grünen Erdbeerbaum (madrono).
Wildschwein, Kaninchen, Hase, Fuchs und Storch sind hier beheimatet, und
in den Flüssen findet man einen vielfältigen Fischreichtum.
Wer zum ersten Mal die Provinzhaupstadt
Caceres besucht, erlebt zunächst ein modernes und
lärmendes Stadtbild und kann
wohl kaum ahnen, dass der ummauerte historische Stadtkern von Caceres zu
den besterhaltenen und schönsten Kunstdenkmälern
Europas zählt. Als
geschlossene Einheit wurde die Altstadt von Caceres
1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Bevor der Besucher bis in die Altstadt vordringt, empfiehlt es sich, einen
Spaziergang durch die Gärten der Avenida de España
zu machen, den Einheimischen von Caceres bekannt
als “Canovas”, und durch die Straßen San Anton, San
Pedro und Pintores bis zur „Plaza Mayor“ hinabzuschlendern,
die sich auszeichnen durch das lebendige Treiben
und die zahlreichen Geschäfte, in denen auch die
Bewohner der kleineren Orte rund um die Stadt ihre
Einkäufe machen. Die „Plaza Mayor“ ist ein wunderschöner
Rathausplatz mit Arkaden, der jedoch nicht gebührend
zur Geltung kommt angesichts der Gewaltigkeit des
Baukomplexes in seiner unmittelbaren Nachbarschaft,
dessen historische und künstlerische Vergangenheit
schwerlich zu übertreffen ist.
Caceres ist eine Stadt, die viel
zu bieten hat. Der Palast von Caceres steht an
der Stelle der einstigen Neuen Synagoge. Diese wurde
in Folge
der Vertreibung der Juden am Ende des 15. Jahrhunderts
niedergerissen und ein Kloster darauf errichtet.
Im 16. Jahrhundert bauten sich die Grafen der
Familie de la Isla eine Stadtresidenz auf dem Gelände,
die sich auch heute noch an dem Ort befindet. Der
schöne
Bau liegt nur wenige Schritte von der wuchtigen
Stadtmauer entfernt, die schon im 12. Jahrhundert
von den Almoraviden
errichtet wurden. Die Mauer errichteten sie
auf den Fundamenten der alten römischen
Stadtmauer, die vor gut 2000 Jahren die
alte Siedlung umgab. Der muslimische Stamm
aus Marokko
wollte damit den christlichen Eindringlingen
einen Riegel vorschieben. Sie waren es auch,
die der
Stadt den Namen Qazris gaben, aus dem sich
Caceres ableitete.
1229 gelang es den christlichen Rittern schließlich,
Caceres unter ihre Kontrolle zu bringen. Caceres
wurde Bischofssitz.
Caceres ist eine Stadt, die von vielen Kulturen
und Religionen von der Antike bis heute gestaltet
wurde.
Caceres ist geografisch am Rande Europas angesiedelt
und liegt mit seiner Vergangenheit mitten in
Europa. Caceres besitzt uralte religiöse Bräuche,
wie z. B. die Karwoche und die Prozession zu
Ehren der „Virgen de la Montaña“, der Jungfrau
vom Berge oder die Festlichkeiten zu Ehren
des Stadtpatrons St. Georg. Dazu zählt jedoch
andererseits die „Filmoteca de Extremadura“,
die seit 1978 das städtische Kulturleben von
Caceres bereichert. Das Filmzentrum hat offiziell
immer noch die
Aufgabe, das kulturelle Niveau der Bevölkerung
zu heben, ein Auftrag, dem man heute mit Schmunzeln
begegnet. Diese ureigene Einrichtung der Stadt
konnte inzwischen Dependenzen
in Merida und Badajoz eröffnen.
Denn in den Kinosälen werden Filme
abseits vom Mainstream-Kino gezeigt, die beim
Publikum gut ankommen. Da es sich um eine städtische
Behörde
handelt, muss die Filmoteca keinen Profit erwirtschaften,
was der Filmauswahl sehr zugute kommt. Das ursprüngliche
Ziel der Volksbildung ist auch für die
niedrigen Eintrittspreise verantwortlich.
Immer noch kosten die
Eintrittskarten nicht mehr als einen Euro. Neben
den Filmvorführungen unterstützt
die „Filmoteca“seit
30 Jahren extremenische Filmproduktionen.
Eine weitere Attraktion stellen die vielen Volksfeste
der Region Caceres dar. Eines davon ist die Fiesta
in Casar de Caceres. Dort wird jedes Jahr ausgiebig
der
neue Schafskäse der
Saison gefeiert. Auch andere regionale Produkte
wie der iberische
Schinken sind daher Teil des kulturellen Reichtums,
mit dem Caceres begeistern kann.
Empfehlungen zur Gastronomie in Caceres
„Tencas a la Extremena“ (von Frühling
bis Herbst in der nördlichen Region von Caceres).
Schinken und Wurstwaren in allen Orten der Region
erhältlich, ebenso „Migas“ und Lamm-
und Zickleinragout. Vortreffliche Schafskäse
mit Ursprungszertifikat sind die sogenannten „Tortas
del Casar“ in Casar de Caceres. Klostergebäck
in Cáceres und Garrovillas.
Empfehlungen zum Kunsthandwerk rund um Caceres
Töpferhandwerk in Arroyo de la Luz. Sattler
und Kunstschreiner in Brozas. Keramik in Caceres.
Festlichkeiten in Caceres Die Osterwoche in Caceres. Am Ostermontag finden
die berühmten Pferderennen, die „Las
Carreras“ in Arroyo de la Luz statt.
Weitere interessante, kulturelle Veranstaltungen
in Caceres sind das „Womad-Festival“ (im
Frühling), das „San Jorge“-Fest
(im Mai) und das mittelalterliche Theaterfestival,
das in einem großen Teil der Altstadt von Caceres
stattfindet (Sommeranfang). Die „Fiesta del
Día
de la Tenca” findet jedes Jahr in einem anderen
Dorf des Nordens der Provinz Caceres statt.
Natur und Landschaft rund um Caceres
In der Region Caceres findet man große Waldgebiete
um den Tajo und dessen Zuflüsse. Die Landschaft
wird durch diese Flüsse, mittelhohe Gebirgszüge
und die Halbebene von Trujillo und Caceres geprägt.
Die Halbebene weißt große Granitflächen
auf. In der Region, die sich auch hervorragend zur
Vogelboebachtung eignet, leben zahlreiche
Vogelarten: Grosstrappen, Kraniche
und
Zwergadler.
Außerdem
verleihen die typischen „dehesad“, Extremaduras
gewaltige Stein- und Korkeichenwälder und bedeutende
Oliven- und Weinanbaugebiete diesem Gebiet seinen
ganz eigenen Charakter.
Interessante Links zum Thema Caceres:
Offizielle Seite der Stadt Caceres: www.ayto-caceres.es/
World Heritage Convention: www.unesco.org
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