Immer geradeaus durch die Steppe.
Motorradfahren in der Extremadura |
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Bei offenem Visier zu dritt nebeneinander auf einer kaum befahrenen, breiten Asphaltstraße durch den Sommerwind fahren. Das gibt es nur im Film. Oder auf den hunderten von Kilometern zwischen der Seenplatte der Serena und der Südgrenze der Extremadura. |
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| Das Bergland. Die Bevölkerung der Extremadura konzentriert sich auf die Städte. Mit kaum einer Million Einwohner und der Größe der Schweiz ist sie der einzige Ort in Europa, an dem man mehrere Dutzend Kilometer reisen kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen. |
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| Dehesa. Die landschaftliche Vielfalt der Extremadura ist einzigartig. Der Süden trocken, der Norden sehr feucht. Darüber hinaus die weiten Bergregionen, die riesigen Stauseen und die Flüsse Guadiana und Tajo mit ihren Zuflüssen. |
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| Sierra
de Gredos. Dieser Gebirgszug
trennt die Extremadura von
Castilla y Leon. Der höchste
Punkt ist der Calvitero
mit 2.401 Metern Höhe. |
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Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Extremadura ist ein Paradies für Motorradfahrer. In der westspanischen Grenzregion gibt es alles, was das Bikerherz begehrt. Endlos lange, bis zum Horizont reichende Asphaltstraßen genauso wie kurvenreiche Gebirgspässe, jede Menge sehenswürdiger Orte, schönes Wetter und kaum Verkehr. Erreichbar ist die Autonome Region, wenn man auf dem eigenen Motorrad fahren möchte, von Narbonne aus in zwei Tagesetappen. Bis zur südfranzösischen Stadt an der Mittelmeerküste fährt der Autozug der Deutschen Bahn.
Wer aus dem Norden in die Extremadura kommt, fährt
erstmal einige Kilometer durch das romantische Jerte-Tal.
Besonders während der Kirschblüte im März
oder Anfang April lohnt sich eine Durchfahrt. Die Bundesstraße
N 110 ist relativ eng. Wer ein bisschen flotter voran
kommen will, sollte auf das westlich davon gelegene,
deutlich breitere Ambroz-Tal ausweichen. Beide Täler
enden vor den Toren der Stadt Plasencia,
einem ehemaligen Bischofssitz. Hier lohnt es sich, die
Zylinder in Ruhe abkühlen zu lassen und auf der
Plaza Mayor einen Cafe con leche und ein Bocadillo mit
iberischem Schinken zu genießen. Südlich
von Plasencia kann man zwar auf der kürzlich ausgebauten
Autobahn A 66 schnell Richtung Süden gelangen.
Aber es wäre unverzeihlich, dadurch den Nationalpark
Monfrague links liegen zu lassen. Durch den Park
führt schließlich mit der EX 208 eine gut
ausgebaute Asphaltstraße, die durch ein wunderschönes,
bergiges Waldgebiet mit atemberaubenden Aussichten führt.
Ein Muss für jeden Besucher ist der Geierfelsen
im Süden des Parks, den man wenige Minuten nach
der Überquerung des Tajo erreicht. An einem Felsen
oberhalb des Flusses brüten Dutzende von Gänsegeiern
oder schweben direkt über den Beobachtern durch
die Lüfte. Hier können die Biker sich noch
einmal entspannen, denn danach wird es erstmal kurvig.
Die südliche Ausfahrt des Parks führt über
einen knapp zehn Kilometer langen, äußerst
stark geschlängelten Abschnitt, der erst kurz vor
Torrejon el Rubio endet. Wer diese Art von Strecke mag,
kommt auch auf den Verbindungsstraßen der Bergtäler
im Norden und in der Sierra de Guadalupe voll auf seine
Kosten. Romantisch und kurvenreich liegt zum Beispiel
die Strecke von Hervas über den Pass von Honduras
nach Jerte oder der Weg von Valdastillas nach Cuacos
de Yuste. Wer Motorräder nicht nur fahren, sondern
auch anschauen möchte, kann eine Pause im Motorradmuseum
Hervás einlegen. Entlang der Steineichenwälder
geht es dann bis in die nächste Stadt, Trujillo.
Auch dort sollte man dem geliebten Gefährt ein
paar Stunden Ruhe gönnen und sich in der Zwischenzeit
die Stadt ansehen. Dasselbe gilt auch für die Hauptstadt
Merida mit ihren antiken Ausgrabungsstätten und die
Studentenstadt Caceres im Zentrum des Landes.
Südlich des Guadiana, eine gemütliche Stunde von Trujillo entfernt, beginnt eine der Landschaften, für die das Motorradfahren wahrscheinlich erfunden worden ist. Die Serena ist eine Steppenlandschaft, durch deren endlose Weiten leicht kurvige Asphaltstraßen führen, auf denen man oft nebeneinander her fahren kann. Denn Autoverkehr gibt es dort nur wenig. Links und rechts des Weges ziehen Schafherden mit ihren Hirten und Hunden durch die Lande. In den Bäumen sitzen Weißstörche. Die Luft ist klar und warm und lädt dazu ein, bei offenem Visier und gedrosseltem Tempo das Biker-Leben in vollen Zügen zu genießen.
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