Zur 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin 1987 errichtete Wolf Vostell eine Skulptur, die Aufsehen erregte. Zwei Cadillacs stecken in Betonwänden fest. Es sieht aus, als würden sie sie durchstoßen wollen. Doch sie können sie nicht überwinden. Das Ganze erinnert an einen Autounfall, denn die Autos stehen nicht gerade auf der Straße, sondern sind verkeilt. Das eine steht auf dem Bug, das andere fährt steil herab. Vostells Kunstwerk war umstritten. Es stellte die Menschen bloß als Tänzer um das goldene Kalb namens Auto dar. Trotz des Protestes stehen die Cadillacs in Beton auch heute noch auf dem Rathenauplatz in Berlin-Wilmersdorf und wurden 2006 restauriert. Autos und der Straßenverkehr haben es Wolf Vostell angetan. Auf dem Hohenzollernring in Köln hat Vostell 1969 einen nagelneuen Opel Kapitän in einem Sarg aus Beton begraben, Titel: Ruhender Verkehr.
Wer das Museum des Künstlers in Malpartida de Caceres, westlich der Provinzhauptstadt Caceres besucht, wird sich über die vielen Autos nicht wundern. In dem großzügigen Areal steht etwa eine Art Rakete, in die mehrere Autos eingebaut sind. Es trägt den Namen „Warum dauerte der Prozess zwischen Pilatus und Jesus nur zwei Minuten?“ Oder ein mit Beton ausgegossener Wagen, der in einen Betonklotz hinein gefahren ist. Doch die Autos waren nicht das einzige, woran Vostell sich abarbeitete. Das Bild „Polizeiaktion“ zeigt einige schwarze Gestalten im Kampf vor einem grellen gelben Hintergrund. Ein Bein ragt aus dem Bild. Das Werk „Transhumancia IV“ besteht aus einem Haufen Metallteilen, der zu einem erschreckenden, düsteren Berg aufgetürmt ist.
Neben Vostell sind auch andere Künstler der Fluxus-Bewegung
ausgestellt. Von Antonio Gomez ist ein Pistolenhalfter
ausgestellt, in dem keine Waffe, sondern Buntstifte
stecken. Von George Maciunas, der den Begriff des
Fluxus geprägt hat, zeigt das Museum eine Tischtennisplatte,
auf der zweckentfremdete Schläger liegen. Der
eine dient als Tablett und trägt Trinkbecher.
Auf dem anderen sind die Teller befestigt. Der Drang
der Fluxus-Bewegung, das Leben als Musik aufzufassen,
zeigt sich am deutlichsten im „Pianoforte luminoso“,
einem überall mit Lichtern behängten Flügel
des Künstlers Marchetti.
Im gleichen Ort wurde vor kurzer Zeit erst ein Museum
zu Ehren des Malers Juan Jose Narbon eröffnet.
Das Haus zeigt einige wichtige Gemälde des 2005
verstorbenen Künstlers. Eines der bedeutendsten
Museen für zeitgenössische Kunst in Europa
steht in Badajoz.
Das „Museo Extremeno e Iberoamericano de Arte
Contemporaneo“ widmet sich dezidiert heutiger
Kunst aus Spanien und Lateinamerika. Zur Sammlung
gehören Werke von Jose de Guimaranes, Alvaro
Lapa, Adolfo Schlosser und Luis Bunuel. Das Museum
veranstaltet regelmäßig viel beachtete
Ausstellungen. „Der diskrete Charme der Technologie“
aus dem Jahr 2008, die an einen Film Bunuels erinnert,
widmete sich den verschiedenen Möglichkeiten
der Kunst, Wirklichkeiten zu konstruieren. Darin wurden
zum Beispiel die ersten Versuche der spanischen Kunst
aus den 1960er Jahren gezeigt, den Computer in die
Kunstproduktion einzubeziehen. Die Ausstellung war
unter anderem am Zentrum für Kunst und Medientechnologie
in Karlsruhe zu sehen. Liebhaber zeitgenössischer
Kunst werden auch das kleine Casa-Museo Guayasamin
mögen. Es befindet sich in der Innenstadt von
Caceres. Oswaldo Guayasamin lebte von 1919 bis 1999,
war Bildhauer und Maler und gilt als der bedeutendste
bildende Künstler Ecuadors im 20. Jahrhundert.
In dem Haus sind vor allem Porträts ausgestellt.
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