Extremadura
ist bis heute eine unentdeckte Region
für ausländische Touristen.
Die Welterbestätten Merida, Caceres
und Guadalupe, die beeindruckende Geschichte
sowie die üppige Natur sind einen
Besuch wert.
In und um Merida und im ganzen Land merkt der Besucher insgeheim: In der Extremadura wehrt sich die Geschichte dagegen, vergangen zu sein. Das römische Theater in Merida steht da, als wäre es erst gestern von den Legionären verlassen worden. Auch die römische Brücke über den Guadiana verdeckt ihr hohes Alter. Warum das so ist, wissen nur die Götter.
Unter Kultur versteht man in Caceres nicht nur klassische Musik, Malerei und Literatur. Kulturschätze, das sind auch der Schafskäse aus der Extremadura und Prozessionen zu Ehren der Heiligen Gottesmutter. Diese Art von Kultur möchte Caceres 2016 seinen Gästen aus ganz Europa vorstellen. Denn dann wird Caceres Kulturhauptstadt Europas sein. Dessen ist man sich zumindest in Caceres ganz sicher.
Durch
Täler und Höhen führt im
Norden der Extremadura der Weg Kaiser Karls
V. Nach seiner Abdankung verbrachte er in
der Extremadura seinen Lebensabend. Heute
ist der letzte Weg des Kaisers zu einem
Wanderweg ausgebaut. Und anders als Karl
V. kann man den Weg auch wieder zurückgehen.
Das Kloster Yuste in Extremadura.
Zur Heiligen Jungfrau von Guadalupe pilgern jährlich Zehntausende aus aller Welt. Das Kloster ist heute der bedeutendste Wallfahrtsort der spanischen und lateinamerikanischen Katholiken. Die eigentliche Hauptfigur der UNESCO-Weltkulturerbestätte Guadalupe ist aber ein armer Hirte aus Caceres.
Die Pilger auf der Via de la Plata erkennt man an verschiedenen Symbolen. Erstens tragen die meisten von ihnen eine Jakobsmuschel. Zweitens sind sie sonnengebräunt, und zwar viel stärker als die Extremeños. Drittens sehen sie immer ein wenig erschöpft aus. Vor allem aber nehmen sie sich für alles mehr Zeit: fürs Essen, Beobachten, Unterhalten und Entspannen. Pilger haben ihr Leben verlangsamt.
Die Parks von Cornalvo und Monfrague eignen sich bestens für Dreharbeiten von Märchen- und Abenteuerfilmen. Wenn ein Kameramann durch die Linse schaut, breitet sich eine sanft geschwungene Landschaft vor ihm aus. Von den Wiesen und aus den Baumwipfeln erklingt ein unaufhörliches Fiepen und Singen. Und durch die Lüfte fliegen Gänsegeier.
Ornithologen müssen in der Extremadura nicht stundenlang warten. Es reicht, wenn sie Augen und Ohren offenhalten. Auf Türmen und Hausdächern nisten im ganzen Land Weißstörche. Am Geierfelsen fliegen Gänsegeier direkt über die Köpfe der Menschen hinweg. Und durch die Wiesen stolzieren die seltenen Großtrappen.
Die
Landesfürsten des Mittelalters bauten
ihre Burgen noch auf dem flachen Land. So
zum Beispiel die Burgherren von Alcocer.
Von hier aus ließen sich Eindringlinge
und Untertanen gut überwachen. Später
dann zogen sie samt Festungen in die Städte.
Dort war es auf Dauer doch sicherer.
Burganlagen in Extremadura